Das Hospiz- und Palliativgesetz und
die Reihe „Umsorgen – Hospiz- und Palliativarbeit praktisch“

Löwenzahn

Am 8. Dezember 2015 wurde das Hospiz- und Palliativgesetz verabschiedet. Für schwer kranke und sterbende Menschen wie auch ihre Angehörigen bietet es eine historische Chance, von verbesserten Rahmenbedingungen zu profitieren. Diese betreffen sowohl die Begleitung wie auch die medizinisch-pflegerische Versorgung. Die wichtigsten Ansätze zu entwickeln und in der Praxis zu implementieren sind die Herausforderungen der Zeit.

Die Neuerungen durch das Hospiz- und Palliativgesetz

In seiner Problem- und Zielbeschreibung formuliert der Gesetzgeber:

„Das Gesetz sieht Maßnahmen in der gesetzlichen Krankenversicherung, in der sozialen Pflegeversicherung und im Krankenhauswesen vor. Die Maßnahmen zielen darauf ab
• in strukturschwachen und ländlichen Regionen die Palliativversorgung weiter auszubauen und die Hospizbewegung zu unterstützen,
• die Vernetzung von Angeboten der medizinischen und pflegerischen Versorgung sowie der hospizlichen Begleitung sicherzustellen und die Kooperation der daran beteiligten Leistungserbringer zu gewährleisten,
• die Palliativversorgung als Teil der Regelversorgung in der haus- und fachärztlichen Versorgung sowie im Rahmen der häuslichen Krankenpflege zu verankern und die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) flächendeckend zu verbreiten,
• die finanzielle Förderung stationärer Kinder- und Erwachsenenhospize sowie ambulanter Hospizdienste zu verbessern,
• die Palliativversorgung und Hospizkultur in stationären Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern zu stärken sowie
• die Versicherten gezielt über bestehende Angebote der Hospiz- und Palliativversorgung zu informieren und Pflegeheimbewohnern eine individuelle Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase zu ermöglichen.“

Diese umfassenden und großen Vorhaben der Bundesregierung erfordern in ihrer Ausgestaltung und praktischen Umsetzung Engagement wie auch Erfahrungs- und Fachwissen. Dafür sind diverse Fachverbände, -gesellschaften und Kostenträger ebenso wie politische Vertreter und finanzielle Förderer gleichermaßen gefragt und gefordert. Für Betroffene stehen dabei der Verbleib im häuslichen Umfeld sowie ein flächendeckender Zugang zu qualifizierten und vernetzt arbeitenden Angeboten im Vordergrund.

Die Buchreihe „Umsorgen – Hospiz- und Palliativarbeit praktisch“

Mit der Buchreihe „Umsorgen – Hospiz- und Palliativarbeit praktisch“ bietet der Bayerische Hospiz- und Palliativverband (BHPV) praxisnahe Hilfestellung, die Entwicklungen wirksam zu unterstützen. Kooperationen schließen, Hospiz- und Palliativversorgungsnetzwerke gestalten, Hospizkompetenz und Palliativkultur in stationären Einrichtungen entwickeln und nachweisen, Trauerbegleitung organisieren, Hospizbegleiter schulen, die Schätze des Alters heben – es gibt viel zu tun.
Dabei spielt die Qualität der Arbeit, die den Menschen unmittelbar zugutekommt, eine ebenso wichtige Rolle wie die Professionalität der (ambulanten oder stationären) Einrichtung. Nicht weniger wichtig sind die regionale Struktur, in der eine Einrichtung vernetzt arbeitet, und auch die bundesweit einheitlich zu gestaltenden Rahmenbedingungen. Praxisnahe Ansätze sind auf allen Ebenen gefordert! Letztlich dienen sie dem (schwer) erkrankten Menschen und seinen Angehörigen.
Diesen Ansätzen widmet sich die Reihe und leistet damit einen Beitrag, das Hospiz- und Palliativgesetz mit Leben zu füllen. Dieser Beitrag fügt sich ein in die bewährten Leistungen des BHPV wie Beratung der Mitglieder, Interessensvertretung gegenüber Gesellschaft, Politik und Kostenträgern, aber auch Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit in Bayern.

Folgende Bände aus der Reihe sind bereits erschienen (oder erscheinen in Kürze):

 Schulung ehrenamtlicher Hospizbegleiter Auf dem Weg zur Kooperationsvereinbarung Trauerbegleitung organisieren Hospiz- und Palliativversorgungsnetzwerke gestalten
Die Schätze des Alters heben Hospizkultur und Palliativkompetenz in stationären Einrichtungen entwickeln und nachweisen

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