Engagement für die Feuerwehr – Probleme lösen und Kompromisse machen?

In unserer heutigen Gesellschaft ist Engagement und Ehrenamt untrennbar miteinander verbunden. Wer sich für die Allgemeinheit »ins Zeug legt«, der hat Anerkennung sowie Wertschätzung verdient. Ohne Zweifel, gerade das freiwillige Engagement in der Feuerwehr ist für unsere kommunale Daseinsvorsorge, für Katastrophenschutz und Krisenbewältigung unverzichtbar.

Wie aber sich für seinen Nächsten einbringen, wenn es auch darum geht, sich durchzusetzen? Gerade Herausforderungen, was beispielhaft die Ausstattung der Feuerwehr bzw. die personellen Weichenstellungen in den nächsten Jahren betreffen, sind oft schwierig zu meistern. Fingerspitzengefühl und Durchsetzungsfähigkeit sind genauso gefragt wie Wortgewandtheit und Argumentationsstärke. Ein »Schuss Diplomatie« und Offenheit gehören auch zu den Persönlichkeitsmerkmalen, die man benötigt – nicht nur bei Führungskräften in unseren Feuerwehren.

Eine sehr wichtige Eigenschaft hätte ich fast vergessen – sie wird deutlich erwähnt in einem Satz des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann in einer Rede während der Bundesdelegiertenkonferenz seiner Partei am 22. November 2014 in Hamburg: »Nur wer Kompromisse macht, kann auch von anderen welche erwarten!« Wie wahr – gerade in unserer heutigen Gesellschaft, wo es mehr denn je gilt, Maximalpositionen durchzusetzen und Stärke zu beweisen. In diesem Zusammenhang fällt mir negativ der Machtpoker eines Gewerkschaftsvorsitzenden aus dem Verkehrssektor ein. Einigung ist nicht in Sicht, Entgegenkommen wird als Schwäche ausgelegt und dient damit keinesfalls der Umsetzung der eigenen zementierten Vorstellungen. So gelingt meines Erachtens wenig, es frustriert viele und schadet den Zielen, deren Erreichung lohnenswert erscheint. Deshalb sollte man »die Zeit zwischen den Jahren«, also die Tage nach Weihnachten bis zum Jahreswechsel, die es rein faktisch gar nicht gibt, aber dennoch in vielfältiger Weise emotional da ist, für die Reflexion des eigenen Handelns nutzen. Sich für die kommenden zwölf Monate Ziele für das Engagement in der Feuerwehr setzen und vielleicht mehr als bisher Kompromisse mit einplanen, wäre doch eine prima Idee.

Engagement für die Feuerwehr – Probleme lösen mithilfe von Kompromissen. Dies ist durchaus ein wichtiger Ansatz nicht nur im Alltag, um den Herausforderungen in 2015 erfolgreich begegnen zu können. Dem Miteinander in unserer auf demokratischen Prinzipien beruhenden Feuerwehrorganisation wird dies – und da bin ich mir sicher – förderlich sein. Handeln ist die Devise – von mir aus auch als guter Vorsatz für das neue Jahr, das in wenigen Tagen beginnen wird. Es gilt aber durchzuhalten und den Willen zur Umsetzung nicht aus den Augen zu verlieren.

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Diplom-Chemiker Claus Lange
Direktor der Feuerwehr, Feuerwehr Hannover

 

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