Das Horn von Afrika

Die Staaten Äthiopien, Dschibuti, Eritrea und Somalia bilden zusammen das sogenannte „Horn von Afrika“ an der Ostspitze des afrikanischen Kontinents. Kulturelle Vielfalt prägt diese Region, christliche und muslimische Einflüsse treffen aufeinander und zu Europa bestehen bereits seit der Antike enge Verbindungen.
Dr. Alfred Schlicht zeichnet die Geschichte dieser historisch äußerst wichtigen Region von der Antike bis in die Gegenwart nach und bettet aktuelle Ereignisse in den historischen Kontext ein.
Erste Eindrücke über den Band können Sie dem folgendem Interview entnehmen.

Neu!

Alfred Schlicht
Das Horn von Afrika
Äthiopien, Dschibuti, Eritrea und Somalia: Geschichte und Politik

2021. 212 Seiten, 22 Abb. Kart. € 32,–
ISBN 978-3-17-036965-8

Aus der Reihe Ländergeschichten

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Herr Dr. Schlicht, warum ein Buch über das Horn von Afrika?

Diese Region ist zwar in den vergangenen Jahren zunehmend ins Interesse der Öffentlichkeit gerückt, aber eine kompakte Gesamtdarstellung ihrer Geschichte bis hin zur Gegenwart hat bisher gefehlt. Diese Lücke wird mein Buch schließen, das auch Nichtfachleute ansprechen soll.

Wieso ist gerade das Horn von Afrika von Interesse?

Dr. Alfred Schlicht im Portrait
Dr. Alfred Schlicht

Am Horn von Afrika hat es in letzter Zeit verschiedene Entwicklungen gegeben, die auch bei uns Aufmerksamkeit gefunden haben. Der Konflikt zwischen Äthiopien und Eritrea etwa oder die Versöhnung zwischen beiden Staaten 2019, für die der äthiopische Präsident den Friedensnobelpreis erhielt, der Terror der islamischen Schabab-Milizen, das Piratenunwesen vor der somalischen Küste, das offensive Bemühen Chinas um eine Rolle am Horn von Afrika – um nur einige wichtige Faktoren zu nennen.

Und die historische Dimension?

Die Staaten des Horns von Afrika – Äthiopien, Somalia, Eritrea und Dschibuti (Foto: Master Uegly)
Die Staaten des Horns von Afrika – Äthiopien, Somalia, Eritrea und Dschibuti (Foto: Master Uegly)

Das Horn von Afrika ist eine der Wiegen der Menschheit; eine Region, in der es schon früh zu interkontinentalen Kulturkontakten, auch über das Rote Meer hinweg, kam. Es ist eines der ältesten christlichen Länder, ein Ort der Begegnung von Islam und Christentum, aber auch eine Region der Rivalität der Großmächte seit der Antike. Römer und Osmanen, Portugiesen und Ägypter, Italiener, Briten, Franzosen und Chinesen engagierten sich hier ebenso wie die Sowjets und die USA. Seit ältesten Zeiten verlaufen hier internationale Handelsrouten, war Globalisierung schon früh Realität.

Äthiopierinnen sortieren Kaffeebohnen (Foto: Niels van Iperen, CC BY-SA 4.0)
Äthiopierinnen sortieren Kaffeebohnen (Foto: Niels van Iperen, CC BY-SA 4.0)

An wen richtet sich Ihr Buch?

Im Prinzip an jeden interessierten Leser – vom Studenten zur Journalistin, vom Lehrer zum Diplomaten, vom Touristen zum Politiker. An alle, die sich nicht mit Fernsehbeiträgen begnügen wollen und den Blick über den Tellerrand erheben.

Sehen Sie eine Anknüpfung zu Ihrem ersten bei Kohlhammer erschienenen Buch?

Ja – die Geschichte des „Horns von Afrika“ zeigt ebenso wie „Die Araber und Europa“ weltweite Zusammenhänge auf, macht Beziehungen über Kontinente hinweg sichtbar und verdeutlicht internationale Kulturvernetzung. Die Globaldimension der Geschichte, nicht historischer Provinzialismus, steht im Vordergrund.

Das Interview mit dem Autor Dr. Alfred Schlicht führte Janina Schüle aus dem Lek­torat des Bereichs Geschichte/ Politik/ Gesell­schaft.

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