Die Lehrbuch-Reihe „Grundwissen Soziale Arbeit“
Das gesamte Grundwissen der Sozialen Arbeit in einer Reihe: theoretisch fundiert, immer mit Blick auf die Praxis, verständlich und lernfreundlich gestaltet – dafür steht die Reihe „Grundwissen Soziale Arbeit“ nun seit über zehn Jahren. Professor Rudolf Bieker beschreibt hier die Entwicklung der Reihe und gibt Einblicke in seine Arbeit als Reihenherausgeber.

Buchreihe
Grundwissen Soziale Arbeit
Reihennummer 673
Herr Bieker, Sie sind nun seit über einem Jahrzehnt Herausgeber der Lehrbuch-Reihe „Grundwissen Soziale Arbeit“. Was ist das Ziel der Reihe?
Ziel der Reihe ist es, grundlegendes Wissen aus der Sozialarbeitswissenschaft und ihren zahlreichen Bezugsdisziplinen bereitzustellen. Dabei geht es um qualitativ hochwertige Fachliteratur, die zugleich die Bereitschaft von Studierenden fördert, sich auf Wissenschaft überhaupt einzulassen. Angehende Sozialarbeiter*innen sind sehr praxisorientiert. Deshalb tun wir gut daran, in jedem unserer Lehrbücher sichtbar zu machen, was Wissenschaft für die Praxis leistet.
Wie ist die Reihe aufgebaut?
Neben Grundlagenwerken, z. B. zum Sozialrecht oder zur Psychologie, gibt es Bände zu Methoden, Organisationsstrukturen und Arbeitsfeldern. Wir greifen außerdem wichtige soziale Probleme auf, wie etwa Fluchtmigration, Wohnungslosigkeit usw. Darüber hinaus nehmen wir Grundsatzfragen in den Blick, wie etwa die Ausübung von Zwang oder das Umgehen mit ethischen Dilemmata. Wir wollen die fachlichen Herausforderungen in der Reihe abbilden, die in den vielfältigen Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit tagtäglich zu bewältigen sind. Dafür braucht es gute Fundamente.
Wie hat sich die Reihe im letzten Jahrzehnt entwickelt?
Sehr gut. Viele Berufskolleg*innen nutzen Bände aus der Reihe für ihre Lehre. Die Bandbreite der Themen ist in den letzten Jahren immer vielfältiger geworden und dem wissenschaftlichen Diskurs gefolgt, der bestimmte Fragen in den Vordergrund rückt, wie z.B. Inklusion und Partizipation. Darauf muss die Reihe selbstverständlich reagieren. Andere Themen, die uns schon früher beschäftigt haben, bspw. die Zusammenarbeit von Sozialer Arbeit und Polizei, bedürfen heute einer Neubearbeitung.
Die Reihe bietet nun aktuell über 40 Lehrbücher. Welche Anforderungen haben Studierende an Lehrbücher? Was macht ein gutes Lehrbuch aus?
Gute Lehrbücher sollten nicht „große Wissenschaft“ demonstrieren, sondern solide Fundamente legen, auf die im Verlauf des Studiums sukzessive zurückgegriffen werden kann. Wissenschaftliche Begriffe dürfen in einem guten Lehrbuch z.B. nicht einfach als bekannt vorausgesetzt werden. Abstrakte Theorie muss anschaulich gemacht werden. Eine gut gegliederte, klare Gedankenführung mit eingestreuten Fallbeispielen, Abbildungen, Zwischenergebnissen und Merksätzen hilft Studierenden beim Leseverständnis und der Rekapitulation des Stoffes vor Prüfungen. Darauf achte ich als Herausgeber. Natürlich sollte ein gutes Lehrbuch auch durch ein lesefreundliches Layout punkten.
Was erwartet die Leser*innen in den nächsten Jahren?
Es stehen eine Reihe von Neuauflagen an. Darüber hinaus möchte ich gerne den Bereich der Methoden der Sozialen Arbeit weiter ausbauen, hinzu kommen viele Einzelthemen. An Ideen mangelt es nicht.
Prof. Dr. rer. soc. Rudolf Bieker war über viele Jahre Hochschullehrer und Prüfungsausschussvorsitzender am Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Niederrhein.