Pädiatrische Neurologie – Interview mit den Herausgebern
Das gesamte Spektrum der Kinderneurologie: „The Book“
Mit der zweiten Auflage von „Pädiatrische Neurologie – Neuropädiatrie“ ist das Standardwerk im Sommer 2025 erweitert und überarbeitet worden. In über 180 Kapiteln werden dezidiert klinische Fragestellungen erläutert und alle zentralen Themenfelder des Fachs abgedeckt.
Im Interview erklären die Herausgeber, was Ihnen bei der Neukonzeption wichtig war, wie das Buch in der Praxis eingesetzt werden kann und welche Rolle die neuen Buchteile MRT-Atlas, EEG-Atlas und Medikamentenregister spielen.

Gerstl/Borggräfe/Hufschmidt/Heinen (Hrsg.)
Pädiatrische Neurologie - Neuropädiatrie
Praxishandbuch und Atlas
2025. 1362 Seiten
€ 299,–
ISBN 978-3-17-036226-0
Frau Gerstl, Herr Borggräfe, Herr Hufschmidt und Herr Heinen, die zweite Auflage des von Ihnen herausgegebenen Bands „Pädiatrische Neurologie – Neuropädiatrie“ ist gerade erschienen – und komplett überarbeitet worden. Was war Ihnen bei der Neukonzeption des Buches wichtig?

Wir sind ganz von den Bedürfnissen der Zielgruppe ausgegangen: schnelle, präzise, konkrete Information, Übersichtlichkeit, Deklinieren der pädiatrischen Neuropharmakologie und – beides neu – einen Atlas für das EEG und einen Atlas für das MRT, multimodales Wissen sozusagen.
In so einem Buch gilt es ja, die größtmögliche Menge an Informationen – sprich: bis hinein in detaillierte Handlungsempfehlungen – zu präsentieren, ohne dabei Kompromisse in puncto Übersichtlichkeit einzugehen. Das ist uns dank der Neukonzeption, glauben wir, ganz gut gelungen.
Das Buch bietet einer Fachperson eine detaillierte Übersicht über das gesamte Themenfeld der pädiatrischen Neurologie – unterstützt durch eine klare Struktur und prägnante Therapiehinweise. Welche Handhabung empfehlen Sie für den klinischen Alltag?
Trotz des Umfangs des Buches glauben wir, dass die Beiträge sich aufgrund der vielen Abbildungen und Tabellen gut lesen lassen. Wir denken, das Buch kann beides: Nachschlagen im Werk bei dezidierten Fragestellungen oder Vertiefung von Wissen in den vielen verschiedenen Disziplinen innerhalb der Neuropädiatrie.

Zwei Teile des Bands stechen sofort heraus: Der „Atlas“ liefert einen bildhaften Zugang zu neuropädiatrisch relevanten Beispielen von EEG-Kurven und MRT-Befunden. Was zeichnet dieses besondere Kapitel aus?
Zum einen sicherlich die Darstellungen mit den entsprechenden farblich markierten Veränderungen im Vergleich zu den nativen Bildern – insbesondere im MRT-Atlas. Wir haben hier versucht, uns auf die wesentlichen neuropädiatrisch relevanten MRT- und EEG-Befunde zu beschränken und haben insbesondere auch beim EEG viele normale Kurven eingebaut. Der Atlas eignet sich tatsächlich auch einfach mal zum Durchstöbern als nur zum Nachschlagen von bestimmten Fragestellungen.
Unseres Wissens gibt es kein Buch aus dieser Fachrichtung, das eine vergleichbare Fülle von Bildmaterial zusammen mit einem klar strukturierten Textteil bietet.

Auch das Kapitel zur Neuropharmakotherapie hat eine Sonderstellung im Band – Wie kann dieses der Fachperson im Alltag helfen?
Handeln statt Schwächeln: Die Neuropharmakotherapie ist Säule der meisten unserer klinischen Entscheidungen und – zum Glück – führen oft mehrere Wege nach Rom. Es geht darum, das genau richtige Medikament für genau diesen Patienten in genau dieser Situation zu finden – wir wollen, dass die Nuancen bestmöglich stimmen und die Risiken bestmöglich gemieden werden können. Wir wollen in den einzelnen Kapiteln ebenso wie in der alphabetischen Liste aller Medikamente eine sofortige, detailgenaue Information.
Uns war es wichtig, dass der Leser eine schnelle Orientierung über Wirkung, Nebenwirkungen und Dosierung der Medikamente bekommt – abseits des entsprechenden Fachkapitels, in dem diese Medikamente besprochen werden. Dies erlaubt dann entsprechend auch den Überblick über mögliche verschiedene Indikationen der Medikamente.

Erlauben Sie zuletzt noch die Frage: Was erhoffen Sie sich von der Rezeption des Bands?
Wir hoffen, dass das Buch, das wir intern ja auch etwas flapsig „The Book“ nennen, die Neuropädiatrie stärkt, in unsere Aktivitäten der Neuropädiatrie-Community wie Repetitorium, Fortbildungsakademie, Curriculum und und und … aufgenommen wird, daraus ein „Living Book“ entsteht und die Kinder bestmöglich in ihren Erkrankungen verstanden und behandelt werden.
Vielen Dank für das Gespräch.