Karriereplanung für Mediziner – Mitherausgeber Prof. Wolfgang Hellmann im Gespräch

Beschreiben Sie dem Leser das Hauptanliegen Ihres Buches in drei Sätzen!

Ein Hauptanliegen ist die Bereitstellung von Handlungsoptionen für alle Statusgruppen im Krankenhaus zum Erreichen der verschiedenen Karrierestufen im Kontext der Frage: Was ist jeweils auf einer Karrierestufe zu tun, um die nächste Stufe zu erreichen? Darüber hinaus möchte ich der jungen Generation Y Tipps geben, wie sie das Praktische Jahr (PJ) und die Ärztlichen Weiterbildung erfolgreich bewältigen kann, und schließlich auch über die Positionierung von Ärztinnen im männlich dominierten Arbeitsfeld Krankenhaus informieren und Hinweise zu Tätigkeiten in alternativen Berufsfeldern des Krankenhauses geben.

Können Sie uns als Laien kurz erklären, warum Mediziner heutzutage auch wirtschaftliche Grundkenntnisse mitbringen müssen?

Umschlag von "Karriereplanung für Mediziner"Mediziner müssen unter schwierigen Bedingungen agieren, geprägt durch Fachkräftemangel, knappe Finanzmittel und massiven Druck der Ökonomen. Sie sind gefordert, wirtschaftlich zu arbeiten und damit Ressourcen einzusparen. Um dies sicherstellen zu können, müssen Mediziner betriebswirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, z.B. im Kontext der Abteilungssteuerung mit Unterstützung des Controllings.

Was hat Sie dazu bewegt, sich dem Themenbereich „Karriereplanung für Mediziner“ in einem Buch zu widmen? Gab es womöglich ein Schlüsselerlebnis, das Sie dazu gebracht hat, sich mit diesem Thema näher auseinanderzusetzen?

Schlüsselerlebnis war hier u.a. der Vortrag mehrerer Chefärzte im von mir durchgeführten Studienprogramm MHM® – Medical Hospital Management (Buchtipp: Wolfgang Hellmann. Medical Hospital Manager Junior kompakt – Managementwissen für Studierende im Praktischen Jahr und Neueinsteiger im Krankenhaus. Kohlhammer 2019) zum Krankenhausmanagement. Die Ärzte legten dar, dass sie ihre Stellen als Chefarzt aufgegeben haben und auf Oberarztstellen zurückgekehrt sind. Begründung: Immer höhere Arbeitsdichte, zunehmend stärker werdende Macht der Ökonomen, kein angemessenes Verhältnis von praktiziertem Engagement zum eigenen Honorar (z.B. Einschränkung des Liquidationsrechts) und massive Einschränkungen, den ärztlichen Anspruch auf höchstmögliche Behandlungsqualität für die Patienten noch realisieren zu können.

Was war Ihr Ziel mit diesem Buch und wen möchten Sie mit diesem Buch ganz besonders ansprechen?

Grundlegendes Ziel des Buches ist zu verdeutlichen, dass Karriere im Krankenhaus (auch unter den derzeit schwierigen Rahmenbedingungen) immer noch eine lohnende Option sein kann. Dazu wird breite Hilfestellung, vor allem für die Bewältigung der Herausforderungen im Praktischen Jahr und der Ärztlichen Weiterbildung, gegeben.

Was ist die Besonderheit bzw. der besondere Ansatz Ihres Buches?

Das Buch ist eine Kombination aus Ratgeber und Sachbuch, mit dem Ziel, eine Lücke zu füllen. Dies schließt mit ein, dass „Ärztliche Karriere als Stufenmodell im Krankenhaus“ im Kontext umfassender praktischer Tipps zur Bewältigung vielfältiger ärztlicher und damit verbundener organisatorischer Aufgaben erstmalig umfassend thematisiert wird.

Nun haben Sie bereits viel Erfahrung als Herausgeber sammeln können. Welche Tipps und Ratschläge würden Sie einem Kollegen geben, der zum ersten Mal ein Buch zum Krankenhausmanagement herausgeben möchte?

Eine Herausgeberschaft muss ein wirkliches Anliegen beinhalten, man muss für die interessierende Thematik „brennen“. Primär muss es um die Sache gehen und nicht um exzessives Selbstmarketing mit dem Hang zu übersteigerter Selbstdarstellung. Denn nicht jeder Experte, der sich selbst zum Experten ernennt, ist auch tatsächlich Experte!

Folgende Fragen sind für die Ausrichtung auf eine Herausgeberschaft zu beantworten:

  • Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift, insbesondere prägnante Ausdrucksfähigkeit?
  • Schnelle Durchdringung von Sachverhalten des Managements mit besonderem Verständnis für komplexe und auch komplizierte Zusammenhänge?
  • Experte für die Umsetzung der geplanten Thematik?
  • Bereitschaft zu umfassenden Recherchen und kontinuierlichem Informationsaustausch mit Kollegen?
  • Kooperationsfähig und teamorientiert?

Ein Literaturtipp von mir: Klaus Reinhardt: Vom Wissen zum Buch. Fach- und Sachbücher schreiben. Huber 2020

Was möchten Sie dem Leser mitgeben, bevor er Ihr Buch aufschlägt und liest?

Besonders in schwierigen Zeiten muss gelten: „Kooperation anstelle von Konfrontation“! Dies gilt nicht nur für die Zukunftssicherung des Krankenhauses sondern (auch im Kontext der Corona-Virus-Problematik und der Klima-Diskussion) für die zwingende Notwendigkeit des Zusammenhalts unserer Gesellschaft.

Noch eine letzte Frage: Haben Sie ein Lieblingsbuch oder einen Lieblingsautor, wenn ja, was gefällt Ihnen besonders daran?

Einer meiner Lieblingsautoren ist Janosch, wenn auch hervorgetreten vor allem durch „Kinderbücher“. Seine Weisheiten sind ein Schatz, den auch Erwachsene nutzen sollten, um mit Humor die Herausforderungen des Lebens leichter bewältigen zu können.

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