Neue Perspektiven in der Psychotherapie – Am Beispiel von 20 Jahren Lehrbuchgeschichte

Prof. Ermann in Lindau

Am Mittwoch, dem 20. April 2016, fand auf den Lindauer Psychotherapiewochen in der Kongressbuchhandlung Lehmanns eine Veranstaltung mit Herrn Professor Dr. Michael Ermann statt. Anlass war das Erscheinen der 6., überarbeiteten und erweiterten Auflage seines Lehrbuchs „Psychotherapie und Psychosomatik“.

Der Autor, emeritierter Professor für Psychosomatik und Psychotherapie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, skizzierte hier kurz, wie das Lehrbuch entstanden ist und sich seit seiner Erstveröffentlichung (1994) verändert und weiterentwickelt hat. So hat sich im Laufe der Zeit beispielsweise die Zielgruppe von Medizinstudierenden hin zu Psychologischen Psychotherapeuten erweitert, die sich im Zuge der geänderten Psychotherapieausbildung (Psychotherapeutengesetz) ebenfalls zunehmend mit diesem Thema beschäftigt haben. Um auch Leserinnen und Lesern mit wenigen Vorkenntnissen einen Zugang zum Buch zu ermöglichen, wurde das Lehrbuch entsprechend neu konzipiert. Die sehr positiven Rückmeldungen aus dem Publikum machten deutlich, dass diese Neuorientierung vollauf gelungen ist, da viele Anwesende bereits frühere Auflagen des Lehrbuchs kannten.

Umschlag von "Psychotherapie und Psychosomatik"Thematisch hat Michael Ermann das Lehrbuch zur Psychotherapie und Psychosomatik ebenfalls immer wieder an den aktuellen Entwicklungsstand von Theorie und Praxis der analytischen Psychotherapie angepasst. So wurden beispielsweise im Laufe der Zeit bei den Krankheitsbildern die posttraumatischen Störungen als dritte Säule neben den reaktiven und neurotischen Störungen eingebunden. Außerdem wurden die Erkenntnisse aus der Gedächtnis- und Hirnforschung berücksichtigt. In der 6. Auflage hat der Autor den strukturdiagnostischen Ansatz mit den Polen Entwicklungs- vs. Konfliktpathologie noch stärker gewichtet sowie den analytischen entwicklungsfördernden und den strukturbezogenen tiefenpsychologisch fundierten Ansatz für die Behandlung der Entwicklungspathologie mehr herausgearbeitet.

Die Weiterentwicklung des Lehrbuchs spiegelt sich ebenfalls in den über die Jahre immer wieder veränderten Titeln: von „Psychotherapeutische und psychosomatische Medizin“ (1. bis 3. Auflage 1994–1999) über „Psychosomatische Medizin und Psychotherapie“ (4. und 5. Auflage 2004/2007) hin zu „Psychotherapie und Psychosomatik“ (6. Auflage 2016).

Celestina Filbrandt

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