“Psychisch Kranke zu Hause versorgen” – Autoreninterview mit Prof. Gerhard Längle, Martin Holzke und Melanie Gottlob

Anlässlich des Erscheinens des Bandes “Psychisch Kranke zu Hause versorgen” führten wir mit den Autoren Prof. Dr. Gerhard Längle, Martin Holzke und Melanie Gottlob das folgende kurze schriftliche Interview:

  • Worin besteht – in drei Sätzen kurz und bündig formuliert – das Hauptanliegen Ihres Buches?

Wir wollen über diese neue Behandlungsform informieren, die Betreiber von psychiatrischen Kliniken ermutigen, sie durchzuführen, und ihnen aus unserer Erfahrung heraus Unterstützung leisten.

  • Können Sie uns als Laien kurz erklären, was wir unter „StäB – stationsäquivalenter Behandlung“ verstehen dürfen?

StäB bedeutet eine Behandlung durch ein multiprofessionelles Team eines psychiatrischen Krankenhauses, die genau einer stationären Behandlung im Krankenhaus entspricht – nur dass das Bett des Patienten/der Patientin bei ihm oder ihr zu Hause steht. Die Behandlung ist gleich intensiv und, wie wir glauben, auch gleich gut und effektiv, in manchen Fällen sogar besser. Sie ermöglicht den Patient*innen, bei denen dies aus dem einen oder anderen Grund sinnvoller ist, eine intensive Behandlung zu Hause zu erhalten.Umschlag von "Psychodynamische Psychotherapie im Alter"

  • Was hat Sie dazu bewegt, sich diesem Themenbereich in einem Buch zu widmen? Gab es womöglich ein Schlüsselerlebnis, das Sie dazu gebracht hat, sich mit diesem Thema näher auseinanderzusetzen?

Wir bemühen uns seit vielen Jahren, dass aufsuchende Behandlungsformen auch in Deutschland ermöglicht werden, gerade auch für akut- und schwerkranke Menschen. Nachdem dies nun Eingang in die gesetzlichen Regelungen gefunden hat und seit 01.01.2018 von allen psychiatrischen Kliniken gleichwertig zur stationären Behandlung angeboten werden kann, wollen wir dies natürlich mit all unseren Kräften fördern. Die Verbesserung der Versorgung psychisch Kranker ist das, was uns antreibt.

  • Was war Ihr Ziel mit diesem Buch und wen möchten Sie mit diesem Buch ganz besonders ansprechen?

Wir wollen alle Beteiligten in gleicher Weise ansprechen und gewinnen für diese Behandlungsform: Die ärztliche, pflegerische und kaufmännische Klinikleitung, die Geschäftsführung, das Controlling, aber auch all die Mitarbeitenden, die im professionellen Team die Behandlung vor Ort bei den Patient*innen durchführen. Wir wollen aber auch die Patient*innen und deren Angehörige ansprechen, für die StäB ebenfalls Neuland bedeutet.

  • Was ist die Besonderheit bzw. der besondere Ansatz Ihres Buches?

Eine Besonderheit ist, dass es sonst kein Buch zu StäB in Deutschland gibt. Wir waren und sind in unseren Kliniken in der Vorbereitung, Planung und Umsetzung und auch in den Pflegesatzverhandlungen bislang in Deutschland einige Schritte weiter als die meisten anderen Kliniken. Wir verfügen damit über die meiste Erfahrung mit diesem Behandlungsansatz innerhalb Deutschlands.

  • Was möchten Sie dem Leser mitgeben, bevor er Ihr Buch aufschlägt und liest?

Wenn Sie in einem psychiatrischen Krankenhaus tätig sind, in welcher Funktion auch immer, dann lesen Sie dieses Buch und sorgen Sie dafür, dass auch Ihre Patient*innen diese neue und spannende Behandlungsform künftig erhalten können.


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