Die Entstehung des Alten Testaments

Im Jahr 1978 hat Rudolf Smend die Erstausgabe des Lehr- und Studienbuchs vorgelegt, dessen Titel auch die jetzt vorliegende Neuausgabe trägt.

Zwischen der 1989 erschienenen letzten, vierten Auflage der Erstausgabe und der jetzigen Neuausgabe liegt ein Vierteljahrhundert.
Das ist in der Forschung, auch der alttestamentlichen, eine lange Zeitspanne, in der sich vieles ereignet und manches verändert. Davon geben die Unterschiede zwischen den beiden Ausgaben der „Entstehung des Alten Testaments“ einen Eindruck. Am augenfälligsten ist: Aus einem Autor sind vier geworden, die Last der Erarbeitung lag nicht mehr auf zwei, sondern auf acht Schultern.

Im ersten, grundlegenden Teil des Werkes präsentiert Smend die Entstehungsgeschichte des alttestamentlichen Kanons, und zwar nicht nur des hebräischen, sondern auch des griechischen (wobei die heute so wichtig gewordene Übersetzung der Septuaginta eine wichtige Rolle spielt). Neu werden jetzt auch die sog. Apokryphen behandelt, d. h. diejenigen Bücher, die nicht in der hebräischen, wohl aber in der umfangreicheren griechischen (und christlichen) Bibel enthalten sind. Von daher rechtfertigt sich der Titel „Entstehung des Alten Testaments“ (und nicht nur der Hebräischen Bibel) noch einmal besonders. Die drei hinzugekommenen Autoren behandeln sodann die drei großen Teile des hebräischen (bzw. jüdischen) Kanons: Pentateuch, Propheten und Schriften. Jeder Hauptabschnitt beginnt mit einer generellen Einführung in den betreffenden Sektor des Kanons. Danach folgt die Behandlung der einzelnen biblischen Bücher.
Das Hauptmerkmal der Erstausgabe der „Entstehung des Alten Testaments“ wurde in der jetzigen Fassung beibehalten, teilweise sogar noch konsequenter durchgehalten: Anders als in „Einleitungen ins Alte Testament“ üblich, wird hier nicht die Entstehungsgeschichte der Texte von möglichen mündlichen Vorstufen über hypothetische Urschriften oder „Quellen“ und deren verschiedene Bearbeitungsstufen bis hin zum vorliegenden hebräischen Text verfolgt. Stattdessen wird immer beim Endtext eingesetzt: der Gestalt der biblischen Bücher also, die als einzige zweifelsfrei vorgegeben ist. Dadurch steht das, was in der neueren Forschung etwas plakativ als „synchrone“ (gegenüber der „diachronen“) Fragestellung bezeichnet wird, jeweils dezidiert am Anfang. Jedes biblische Buch wird zu Beginn so beschrieben, wie es sich als Teil des hebräischen Kanons darbietet. Von da aus arbeitet sich die Darstellung dann schrittweise über die späteren und früheren Vorstufen eines Textes zurück bis zu möglichen Urstufen, bei den Hinteren Propheten auch bis zu den zumeist am Anfang der Überlieferung stehenden individuellen Prophetengestalten.

Die Autoren:
Prof. em. Dr. Walter Dietrich, Universität Bern
Prof. Dr. Hans-Peter Mathys, Universität Basel
Prof. Dr. Thomas Römer, Collège de France und Universität Lausanne
Prof. em. Dr. Rudolf Smend, Universität Göttingen

Das Werk (ISBN 978-3-17-020354-9) ist zum Preis von € 36,99 im Buchhandel erhältlich.
Die E-Book-Versionen (€ 32,99) sind in den Formaten PDF, EPUB und MOBI downloadbar.

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