Was Häuser für Geschichten erzählen – ein neuer Sammelband gibt Einblicke

Umschlag von "Von newen Gebäuen auff alte Stöck"„Von newen Gebäuen auff alte Stöck“. Archivalische Quellen zur Häusergeschichte – so lautet der Titel des neuen Sammelbandes in der Reihe „Sonderveröffentlichungen des Landesarchivs Baden-Württemberg“, den Dr. Dieter R. Bauer (ehemals Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart), Uwe Lohmann (Museen der Stadt Weingarten) und Dr. Volker Trugenberger (Landesarchiv Baden-Württemberg) herausgegeben haben und der exemplarisch einer bauhistorischen Analyse von Gebäuden im südwestdeutschen Raum nachgeht. Dr. Trugenberger erläutert im Interview, was den Band besonders auszeichnet und was Anliegen der historischen Buchforschung ist.

Ihr Sammelband umfasst ein großes inhaltliches Panorama: thematisch von reichsstädtischen Kaufhäusern zu Schlössern wie Ludwigsburg, das Kronprinzenpalais in Stuttgart oder der Lichtenstein, quellenkundlich von Bauakten zu Grundbuchunterlagen, räumlich von Leonberg-Eltingen über Unterhausen bei Reutlingen bis Ravensburg und Langenargen. Was ist übergeordnetes Ergebnis Ihres Bandes?

Der Band zeigt an Beispielen die vielfältigen Aspekte hausgeschichtlicher Forschungen, die so unterschiedliche Disziplinen wie Bauforschung, Kunst- und Architekturgeschichte, Sozial- und Alltagsgeschichte, Kulturwissenschaften oder Familiengeschichte zugeordnet werden können, und weist auf archivalische Quellen zu Fragestellungen dieser Disziplinen hin.

Schloss Ludwigsburg 1705

Ansicht vom Schloss Ludwigsburg im Jahr 1705, Wiki Commons: Public Domain


Schloss Ludwigsburg 1705

Die Ansicht vom Schloss Ludwigsburg im Jahr 2016, Wiki Commons: Public Domain

Welche Quellen kann Ihr Sammelband fruchtbar machen?

Ziel des Sammelbandes ist es, die hausgeschichtliche Forschung auf viele unterschiedliche Archivquellen aufmerksam zu machen, darunter auch solche, die bisher wenig beachtet wurden – angefangen bei spätmittelalterlichen Bürgerbüchern über frühneuzeitliche Zinsbücher und Urbare bis hin zu Volkszählungs- und Grundbuchunterlagen des 20. Jahrhunderts.

Ihr Band verschreibt sich der historischen Bauforschung. An welche geschichtswissenschaftlichen Zugänge knüpft diese Forschungsrichtung an und welche Möglichkeiten eröffnet sie für die Forschung?

Die Bauforschung und damit die Beschäftigung mit der Geschichte eines Hauses ist ein wichtiger Teil der Häusergeschichte. Seit langem untersucht die Bauforschung nicht nur das Gebäude in seinem Bestand nach konstruktiven Details und Veränderungen im Laufe der Zeit, sondern zieht auch schriftliche Quellen heran, um das Gebäude in seiner Geschichte besser verstehen zu können – und damit auch dessen Funktion und Bedeutung für die Menschen, die darin und damit lebten.

Herzlichen Dank für Ihre Zeit und Mühe.

Das Interview führte schriftlich Charlotte Kempf.

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